Minga

Grüß Gott, Minga!

17.01.2012

Sorgt ihr euch auch manchmal, weil es so schwer ist, den Sinn des Lebens zu finden. Grämt euch nicht. Es könnte nämlich viel Schlimmer kommen. Stellt euch vor, ihr wäret Gott und würdet euch dieselbe Frage stellen. Das ist noch ne ganze Ecke komplizierter!

 

Nehmen wir einfach mal an, wir wären das allmächtige, ewige Wesen, das im Himmel sitzt und das Problem hat, dass es weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Wie fürchterlich langweilig muss so was sein! Dass es unser Universum gibt, ist ein Beweis dafür, dass Gott unglücklich war oder ist. Wäre er mit sich selbst zufrieden, in sich ruhend und den ganzen Tag beschäftigt, seine allmächtigen Eier zu kraulen, hätte er seinen Arsch nicht von der Himmels-Couch bewegen müssen, um irgendwas zu erschaffen. Antrieb entsteht aus Mangel. Also machte er sich nach drei Jahrtausenden Hütchenspiel ans Werk. Er schöpfte ein Universum – oder auch mehrere Universen.

Problem: Jeder, der schon mal länger als 3 Jahre einen Job gemacht hat, weiß, dass selbst die spannendsten Tätigkeiten irgendwann langweilig werden. Nach dem 300.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Stern muss es Gott doch irgendwann auf den Sack gehen, brennende Gaskugeln zu formen. Dann kam der Mensch. Neue Aufgabe, neues Glück. Aber will man wirklich ewig zusehen, wie wir uns hier unten lieben, hassen und gegenseitig abschlachten? Wohl kaum. Nach tausenden Jahren Menschheitsgeschichte müssen wir Gott vermutlich sogar ziemlich langweilen. Wahrscheinlich hat er wo anders schon längst andere Wesen erschaffen. Nur, damit die nach ein paar tausend Jahren auch wieder langweilig werden. Wer weiß, wie viele Welten Gott schon vor uns erschaffen hat? Menschen, mit Flügeln, riesen Köpfen und blauen Ärschen. Oder Gaswesen, die sich Abends, zum schlafen, verflüssigen. Oder Schwarmintelligenzen aus den Genitalien toter Alien-Dinosaurier. Die haben sich dann auch alle ihr ganzes Leben lang gefragt, was der Sinn ihres Lebens ist - und auch sie mussten zu dem Ergebnis kommen, dass ihr Sinn im Leben war, dass Gott sich nicht so langweilt, weil er keinen Sinn im Leben findet und deshalb 10 Gebote mit Spielregeln auf Steintafeln schreibt.

 

Wenn man ewig ist, dann macht die berühmte Frage woher wir kommen und wohin wir gehen wenig Sinn. Bleibt nur das: Was machen wir hier. Und warum? Offensichtlich hat Gott keine Antwort gefunden. Außer eben, Menschen zu erschaffen. Das bedeutet aber, dass wir Gottes Leben Sinn geben, und damit ist der Sinn unseres Lebens, der Sinn im Leben Gottes zu sein. Schon mal dran gedacht?

 

Und, wenn Gott also vermutlich schon alles gemacht hat, was man als Gott machen kann, und zwar einhunderttausend Mal nacheinander und er hat dann immer noch die Ewigkeit vor sich, dann kriegt er wahrscheinlich schon mal Selbstmordgedanken. Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er sich doch auch umbringen, oder? Was passiert dann mit uns? Verschwinden wir plötzlich alle? Geht’s hier unten, auf der Welt, einfach so weiter wie bisher? Oder spüren wir eine Leere, wie die Spielsachen in „Toy Story“ mit denen keiner mehr Spielen will. Moment. Innere Leere? Kommt uns das nicht bekannt vor? Ist das vielleicht der beste Hinweis dafür, dass Gott schon längst tot ist? Hatte Nietzsche etwa recht? Haben wir Gott zu Tode gelangweilt?

 

Ich weigere mich jetzt auf jeden Fall, glücklich zu sein, bis ich ganz genau weiß, was mein Sinn im Leben ist und was darüber hinaus der Sinn im Leben Gottes ist, was ja der Ursprung für die Frage nach unserem Sinn sein müsste. Und irgendwann, wenn ich tot bin, und im Himmel vor der blutigen, strangulierten Leichte Gottes stehe, spring ich in ein Messer und treffe Gottes Seele vor dessen Schöpfer. Boah. Dem muss aber auch ziemlich langweilig sein...

 

Euer MaxEmanuel

 

 

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