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Happy Kreuzigungs-Day, Minga!

Happy Kreuzigungs-Day, Minga!
26.04.2011

Haben wir das Osterwochenende also auch hinter uns gebracht! Sämtliche schlüpfrigen Gags, die man mit „Eiern“ manchen kann, haben wir wieder über uns ergehen lassen, auch wenn sie weder lustig noch neu waren. Wir haben wieder gefressen, dann weiter gefressen und zum Schluss ne Nachspeise verdrückt. Wir haben uns mit Schokolade voll gestopft, bis wir Pickel bekommen haben und dann doch noch einen Osterhasen geköpft. Und als wir das ganze Zeug von den Hüften tanzen wollten, mussten wir wieder entsetzt feststellen, dass Tanzverbot herrscht.

 

Jedes Jahr zum Happy-Kreuzigungs-Day die gleiche Scheiße. Wir wollen feiern, müssen aber doof im Stillen sitzen, weil die Christen trauern. Schweinerei. Eigentlich. Moment, was machen wir eigentlich über Ostern? Fressen? Feiern? Zum zehnten Mal „Die Passion Christi“ auf ProSieben schauen und sich jedes mal wieder darüber wundern, dass der Typ auf dem Kreuz landet? Richtig, da war doch was! Es geht um Jesu Tod, Auferstehung und die Erlösung unserer Sünden, die er uns damit ermöglicht hat. Im rein theologischen Sinne, bewiesen ist da nichts. Aber um Himmels Willen, ja, das war der ursprüngliche Grund! Hätte man fast vergessen vor lauter Fressen und Eiern. Irgendwann war irgendwelchen Leuten diese Hinrichtungsgeschichte ziemlich wichtig. Überlebenswichtig, sozusagen - für das Seelenheil. Also haben die beschlossen, diese Zeit ganz besonders feierlich zu begehen und sogar extra freie Tage einzurichten, um diesem Ereignis und seiner Bedeutung ehrfurchtsvoll Gedenken können. Das war damals halt ein anderer Schlag von Menschen, die ständig in Angst lebten, dass Gott ihnen den Arsch aufreißt. Demnach kam es ihnen auch nicht in den Sinn, sich an Tag der Kreuzigung von Gottes Sohn einen Jägermeister rein zu stellen und eine heiße Rumba aufs Parkett zu legen. Stille Andacht und Dankbarkeit für Jesu Opfer war angesagt. Arme Irre, aber so haben sie nun mal getickt.

 

Gut, zurück ins Jahr 2011. Heute gibt es natürlich nicht mehr so viele Spinner, die vor erfurcht einen Feiertag brauchen, weil ihr Messias sich an nen Balken hat nageln lassen. Trotzdem sind die paar Leute die einzigen, denen dieser Feiertag zusteht, weil sie die einzigen sind, die ihn seiner Intention entsprechend nutzen. Sie haben alles Recht der Welt, an diesem Tag griesgrämig zu sein. Dieser Feiertag ist nicht unser Bier. Wenn wir trotzdem den Tag frei haben wollen, müssen wir wohl oder übel ihr Spiel mitspielen. Ja, tatsächlich ist es ihr Spiel und damit bestimmen sie nun mal die Regeln.

 

Wenn uns das Tanzen so wichtig ist, können wir zwar Argumentieren, dass diese Andachtstrauerscheiße totaler Quatsch ist, aber damit zerschießen wir uns den einzigen Grund,  warum es überhaupt diesen Feiertag gibt, Sehr ärgerlich! Wie heißt es so schön: „Keine Arme, keine Kekse“ – und dann gilt eben auch: „Kein Trauerkloß, kein Feiertag“. Ich würde also raten, die Klappe zu halten und den freien Tag mit ganz geheimer Freude an der Isar zu genießen, als einen Aufstand anzuzetteln, dessen logische Folge wäre, dass wir uns für die Abschaffung des Feiertag einsetzen müssten. Natürlich können wir eine Petition starten, dass wir den Karfreitag einfach mit einem neuen, duften Feiertag ersetzen, bei dem es nur darum geht, dass man kein Bock auf Arbeit hat und das man Partyspiele mit Komasaufen veranstaltet. Aber ich denke nicht, dass dieses Gesetz jemals durch kommt. Die Christen haben Gott und ihre Tradition auf ihrer Seite, also tun wir gut daran, uns nicht mit ihnen anzulegen. Wir müssen ihnen ja nicht auf die Nase binden, dass wir an ihrem Trauertag gar nicht traurig sind und trotzdem frei machen. Wir lassen sie einfach in dem Glauben. Danke Glaube, ich bin jetzt dann mal im Biergarten!

 

Euer MaxEmanuel

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